Retrospektive: Ghost World

Dinge, die ich mag, Filme

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[At Art-Class]:

 ROBERTA
What do we have here, Margaret?
 
MARGARET
It's a tampon in a teacup...
 
ROBERTA
I can see that... now what can you
tell us about it? First of all,
what kind of sculpture is this?
 
MARGARET
It's a "found object"... that's
when an artist takes an ordinary
object and places it in an artistic
context and thus it becomes art.
 
ROBERTA
Very good. Now, what can you tell
us about it in regard to your
artistic intent?
 
MARGARET
I guess I see the teacup as a
symbol for womanhood, because of
tea parties in the olden days, but
instead of tea I was trying to kind
of confront people with this...
like...
 
ROBERTA
This shocking image of repressed
femininity!
 
MARGARET
Right, exactly!
 
ROBERTA
I think it's really a wonderful
piece, Margaret!

 

Willkommen an der Uni Hildesheim!

Der Dialog ist zwar aus Ghost World, einem Film den ich letzte Woche endlich geguckt habe, aber trotzdem.
In Hildesheim könnte genau dasselbe passieren, obwohl vermutlich noch schlimmer.
Wo Menschen auf Leitern steigen und auf den Boden pissen und andere sich
Würstchen in die Vagina schieben… Du findest das schockierend? 
Ich hoffe. Ich hoffe, dass das noch schockierend ist.
Aber vermutlich nicht. Ist ja jetzt auch nicht so, als hätte man das nicht schon mal irgendwo gesehen oder gehört. Die ziehen sich doch ständig aus. Da bei diesen Performances.
Wie auch immer. Es soll um Ghost World gehen. – Einem wirklich guten Film, der basierend auf der gleichnamigen Graphic Novel von Daniel Clowes, die Geschichte von zwei Freundinnen – in so einer Art Post-Highschool-Delirium schwebend – erzählt.
2001 als der Film raus kam, also vor 12 Jahren, war ich 11 und leider nicht so cool, dass ich in Programmkinos gegangen bin, sondern ich glaube, Rosa meine Lieblingsfarbe war und ich Comic-Zeitschriften wie die W.i.t.c.h. gelesen habe.

Aber jetzt habe ich es endlich nachgeholt und ihr solltet das, falls noch nicht, auch tun!
Die Geschichte des Films ist im Prinzip mit ein paar Worten relativ schnell erzählt: Enid und Rebecca. Beste Freundinnen. Zeit nach dem Highschool Abschluss. Erwachsen werden ja/nein?. Und Kleinstadt.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Jedenfalls nicht hauptsächlich. Vielmehr geht es um Fragen wie, was ist überhaupt „cool“? Ist Kunst nur dann welche, wenn sie möglichst schräg und unkonventionell ist? Und was ist überhaupt noch Besonders? Oder anders gesagt, sollte man sich ein Würstchen in die Vagina stecken? Ja/Nein?

Ohne dabei platte Antworten zu geben, beschreibt Ghost World diese Probleme auf eine ruhige und komplexe Art, sodass man sich am Ende sein eigenes Bild dazu machen muss. 

Über den Film hinausgehend ist die Graphic Novel, die ja die Vorlage dafür war, ebenfalls sehr zu empfehlen. (Dermaßen begeistert vom Film, hab ich sie mir gleich gekauft…) Denn sie erzählt die Geschichte interessanterweise ein bisschen anders, als im Film, sodass sich eine zweite Möglichkeit, wie sie hätte verlaufen können, ergibt.

Und wer Lust hat, den ganze Tag einen Ohrwurm von diesem Lied zu haben, der sollte Ghost World auf jedenfall gucken:

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