Frauen, die schreiben. Teil 3: Elfriede Jelinek

AutorInnen, die ich mag, Dinge

Seit ca. 10 Minuten (vielleicht sind es auch nur 5), also seit gefühlt einer Stunde sitze ich vor diesem Foto und rätsle. Wie anfangen?* Und warum überhaupt? Was kann man über Elfriede Jelinek sagen, was sie nicht selbst schon gesagt hat oder über sie gesagt wurde?

Wie über ihr Werk sprechen, wo sie doch selbst behauptet eine Frau habe gar kein Werk. Es gäbe auch keine Beurteiling für das weibliche Werk, weil es keine Kriterien gäbe und wenn dann würde es nur verachtet.

Man kann auch nicht wirklich sagen, dass es Spaß macht Jelinek zu lesen. Besonders als Frau nicht. Ist nicht so toll, wenn einem die ganze Zeit gesagt wird, dass man nicht existiert, dass es keinen Raum für einen gibt. Ist genau genommen ziemlich unspaßig.

Seit längerem beschäftige ich mich nun mit ihr, habe sogar ein Kurzdrama über sie als Autorenfigur geschrieben und jetzt wird sich auch mein szenisches Forschungsprojekt im Master um sie drehen.

Man könnte von einer kleinen Obsession sprechen und das obwohl mein Verhältniss zu ihr ziemlich zerrissen ist. Ja, ich neige sogar dazu sie doof zu finden. Weil sie so verdammt anstrengend ist. Nicht nur ihre Textmassen, die von einem zum anderen springen und teilweise absichtlich unverständlich sind. Auch ihre Themen, diese ständige  Unterdrückung von irgendwem wie z.B. in Die Klavierspielerin macht es bisweilen schwer Jelinek auszuhalten.

Kein Wunder, dass sie selbst gerne billige Liebesromane liest und Trash-TV guckt, denn noch anstrengender als Jelinek zu lesen, ist es wohl Jelinek zu sein. Zurückgezogen und Menschenscheu immer nur auf Videobändern in Theatern und auf Podien zu erscheinen. Das macht bestimmt auch nicht so viel Spaß.

Als Autorin der Negativität, wie sie sich selbst bezeichnet, ist das aber vielleicht auch nicht ihre Aufgabe. Sie beschreibt die Dinge eben so, wie sie sie sieht: pessimistisch. Aber dafür auch mit jeder Menge Sprachbrillianz. Ob sich der gleiche Schreibstil auch mit schönen Themen kombinieren ließe? Vermutlich schon.

Aber hätte sie damit auch ein eigenes Forschungszentrum bekommen oder den Nobelpreis?

Vielleicht muss man es auch einfach wie Jelinek machen und sich so etwas wie Confessions of a Shopaholic neben das Bett legen, wenn man Ulrike Maria Stuart vor sich hat.

Oder in den Lesepausen zum Dschungelcamp rüber schalten.

*ohne ein Wort über ihre Frisur oder ihren Schminkstil zu verlieren

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