Tage der Nutzlosigkeit

die ich mag, Dinge
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Inszenierung im Maxim Gorki Theater „Es sagt mir nichts, das sogenannte da draußen.“ Von Sibylle Berg  Foto: imago stock&people

Seit ein paar Tagen gehe ich abends zu Bett in der Hoffnung: Morgen. Morgen wirst du weiter an deinem Drehbuch/Theaterstück/Roman schreiben. Ein frischer Morgen, ein frischer Start. Du hast genug Zeit, sage ich mir. Nichts vor. Und dann sitze ich wie jetzt in meinem Zimmer, sogar am Schreibtisch und nicht wie sonst im Bett und starre aus dem Fenster. Das heißt viel mehr starre ich auf meinen Laptop und klicke rum: Hat wer was neues geschrieben, geliked, gefaved, neue Follower? – Nicht, dass es da so viel zu sehen gäbe. Und das einzige wozu ich mich aufraffen kann ist das hier. Diesen Blog-Post zu schreiben. Weil sich das sicher anfühlt. Es geht ja auch um nichts. Das muss jetzt hier nichts großes werden. Ich muss mir keine Geschichte ausdenken, die erlebe ich ja gerade. Und ich muss mich auch nicht in die Perspektive eines anderen ein denken, denn darum geht es nicht. Ich komme mir vor wie die Frauen in Sibylle Bergs Stück „Es sagt mir nichts, das sogenannte da draußen.“ – Im Schlabberpulli mit Wasserflasche in der Hand singe ich gelangweilt „Clint Eastwood“ von den Gorillaz.

„Wieso will ich denn nur Serien gucken und essen?“ frage ich mich. Das kann es doch nicht sein. Das kann mich doch nicht ernsthaft glücklich machen. Und das tut es auch nicht, sonst säße ich jetzt nicht hier mit so halben Bauchschmerzen genährt vom schlechten Gewissen und von den drei Stücken Maulwurfkuchen. Aber es macht mich zufrieden. Ich weiß, dass ich mich danach gut fühlen werde ganz im Gegensatz zum kreativen Prozess ein Drehbuch zu schreiben. Da warten Probleme auf einen und Frustration. Wieso sollte ich mich dem aussetzten, wo ich doch hier in meiner Blase aus Maulwurfkuchen und Bob’s Burgers bleiben kann? Und ich würde jetzt gerne ein großes ABER aussprechen können und davon schreiben, wie mich dieser Blog-Post jetzt dazu inspiriert hat doch anzufangen und blabla man muss nur anfangen und so aber es ist jetzt auch schon spät. Schon fast dunkel. Bekomme auch bald Besuch und morgen. Ja. Morgen mach ich das dann.

I ain´t happy, I’m feeling glad  I got sunshine, in a bag  I’m useless, but not for long  The future is coming on  It’s comin‘ on,  It’s comin‘ on,  It’s comin‘ on,   It’s comin‘ on.  It’s comin‘ on…

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