Vom Umziehen mit Größenwahn

Dinge
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Brienne of Tarth // Game of Thrones

In zwei Wochen ist es soweit. Ich ziehe aus. Raus aus diesem Zimmer, in dem ich mein erstes Jahr Berlin verbracht habe. Dieses Zimmer in dem ich die Tapeten abgemacht habe um den schönen grünen Putz dahinter zu entdecken. Dieses Zimmer in dem zuerst nur ein Schrank stand, dann eine Matratze und nach und nach Möbel von hier und da. Mittlerweile platzt es fast vor Grünpflanzen und Büchern. Es ist gut, dass ich es bald für ein größeres verlasse. Es ist gut etwas neues anzufangen. Ein neues Semester, ein neuer Raum.

Und dann werde ich wehmütig. Denke an die Möbel-Rück-Aktionen bis ich die perfekte Platz-Anordnung gefunden habe. An die Gemütlichkeit, die ein kleiner Raum besitzt. Ich sehe mein erstes Jahr Berlin in diesem Zimmer. Den Anfang, wo ich noch niemanden kannte und Serien guckte und im Bett aß. Das erste Mal Freunde einlud. Betrunken Sachen umstieß. Im Winter fast immer fror, weil mit der Heizung irgendwas nicht stimmte. Morgens zur Musik des Schallplattenspielers tanzte. Kräuter anpflanzte. Theaterstücke schrieb. Dinge tat, die ich hier nicht aufschreibe und den Podcast aufnahm. All das werde ich bald in einem neuen, größeren Zimmer tun. Mit Balkon und Stuck an der Decke. Es werden die gleichen Möbel sein, aber sie werden anders aussehen. Sie werden in einer anderen Anordnung stehen und hier und da wird noch etwas dazu kommen. Es wird anders sein. Und manchmal denke ich, dass auch ich dann ein wenig anders sein werde.

Auf dem Balkon werde ich Gemüse anpflanzen, dass ich dann ernte und quasi werde ich mich selbst versorgen und weil das Zimmer so groß ist, kann ich dann auch jeden Morgen Yoga machen oder Aerobic oder irgendetwas, wo ich meine Arme ganz weit machen muss. Ich werde es immer aufräumen because. Ich werde noch viel mehr schreiben, weil ich so super inspiriert von der Weite meines Zimmers bin. Irgendwie muss ich dem ja gerecht werden. Und überhaupt werde ich ein besserer Mensch sein durch dieses Zimmer.

Okay. Vielleicht ist das ein bisschen übertrieben. Aber bei Pflanzen ist das doch auch so. Oder bei Fischen. Die passen ihreGröße auch ihrer Umgebung an. Wenn ich also kein besserer Mensch werde dann immerhin ein Größerer. Ich bin ja noch ein Jahr in der Wachstumsphase, könnte also passieren, dass ich bald zwei Meter groß wie Brienne of Tarth durch Berlin spaziere. Fänd ich eigentlich ganz nett.

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