I need money! That’s what I want.

feminismus, frauen, geld, kunst
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Marilyn Monroe // Diamonds are a girls best friend

Es ist kein großes Geheimnis, dass man nicht von Luft und Liebe leben kann. Es scheint aber die Idee zu geben, dass man durch Kunst und Kreativität und ganz viel Lust auf spannende Projekte irgendwie die Gesetze der Natur überschreiten kann.

Wie oft ich schon den Satz „Ich brauch auch gar nicht so viel zum Leben“ gehört habe, vor allem von mir selbst. Ohne das eigentlich so richtig zu hinterfragen. Ohne zu wissen, worauf ich mich da eigentlich eingelassen habe. Was heißt denn nicht so viel?

Heißt „nicht-so-viel“ den Verzicht auf Urlaub oder den Verzicht auf Theaterkarten? Heißt es „Ich kaufe im Billig-Supermarkt“ oder ich „esse nicht Auswärts“? Heißt es „Ich weiß nicht, wie ich die Miete bezahlen soll“ oder „Ich kann mir das schöne Altbauzimmer nicht leisten“? Der Unterschied zwischen den beiden Dingen ist lediglich vielleicht ein, zweihundert Euro im Monat mehr oder weniger, aber in der Lebensqualität ist er doch immens. Nicht viel brauchen, das bedeutet doch nicht sich zu fragen, ob man sich etwas zu essen kauft oder nicht?  Und ich spreche nicht von Bio oder Billig. Ich spreche von überhaupt oder gar nicht.

But, you may say, we asked you to speak about women and fiction–what, has that got to do with a room of one’s own? I will try to explain.

 (Virginia Woolf, A room of ones own / 1928)

Ich weiß das Thema diesen Monat ist „Frauen in der Kunst“ und eigentlich hatte ich auch einen anderen Artikel geplant über das tolle Buch von Caitlin Moran „How To Build A Girl“ und vielleicht kommt der auch noch. Aber wenn man auf Grund eines Rechenfehlers erstmal kein Wohngeld bekommt, seit vier Monaten darauf wartet, weil zu wenig Einkommen und dann geht’s doch und dann doch nicht, weil ein Rechenfehler auftaucht und nun dann jetzt fünf Monate warten wird, dann fragt man sich wie überhaupt kreativ sein, wenn die Existenz nicht gesichert ist.

Wie kann es sein, dass ich als Studentin, wenn ich ein zweites Studium anfange, was passieren kann, keine staatliche Unterstützung bekomme, wo ich die Hälfte sowieso zurück bezahlen müsste und Menschen, die nicht arbeiten Unterstützung bekommen, die sie nie zurück bezahlen müssen?

Wenn ich mich als Gaststudent einschreiben würde und sonst arbeitslos wäre, würde ich Hartz Vier bekommen ohne Probleme. Ich müsste nicht mal arbeiten neben dem Studium!

Ach das ist generell eigentlich nicht gedacht, dass man arbeiten kann neben dem Studium? Man kann nur zwanzig Stunden die Woche arbeiten? Sonst fliegt man aus der studentischen Krankenversicherung, weil ein Vollzeit-Studium dann nicht mehr gewährleistet ist? Aber bei einem Stundenlohn von sagen wir mal Mindestlohn 8.50€, was die traurige Studenten-Job Wahrheit ist, wie viel macht das denn dann?  680 €! OH das geht ja. -Aber oh das ist ja blöd. Mehr als 450 €? Da muss man dann ja Rentenversicherungen zahlen usw.. Hmh wie viel bleibt denn dann übrig?

Oh und der Studienbeitrag ist schon wieder fällig: 500€? Hmh. Hallo Eltern?! – Ja ich bin 25. Hmh. Stimmt. Staat? Hallo? Hallo ist da jemand?

Was mein Grundbedarf sind 399€? Plus Miete. Plus Krankenkasse. Jaja. 705 € monatlich brauchen Sie? – Haben Sie aber nicht und deshalb kriegen sie kein Wohngeld, weil um Wohngeld zu bekommen, darf man den Mindestbedarf nicht unterschreiten!

Häh? Ich hab zu wenig Einkommen um Wohngeld zu bekommen?!

– Ja das kann passieren.

Und deshalb ist der Aufruf den Virginia Woolf in ihrem Vortrag „A Room Of Ones Own“ immer noch fundamental.

All I could do was to offer you an opinion upon one minor point–a woman must have money and a room of her own if she is to write fiction; and that, as you will see, leaves the great problem of the true nature of woman and the true nature of fiction unsolved.

 (Virginia Woolf, A room of ones own / 1928)

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